Auszug aus "Oberhessische Presse", Marburg, 12.12.2010, 21:49 Uhr

Marburg

Holzbrücken trotzten dem Hochwasser

Karl-Heinz Gimbel hat eine Broschüre über das Thema "Marburger Holzbrücken über die Lahn im 19. und Anfang des Jahrhunderts" verfasst.

Die Marburger Holzbrücken über die Lahn mussten oft dem Hochwasser trotzen. Dieses Foto ist das Titelfoto der kleinen Broschüre von Karl-Heinz Gimbel über die Geschichte der Holzbrücken in Marburg.

Marburg.
An diesem Freitag, 17. Dezember, soll der neue Hirsefeldsteg offiziell von Vertretern der Stadt Marburg eingeweiht werden. Spätestens dann ist der hölzerne Hirsefeldsteg, mit dessen Abbau bereits in der vergangenen Woche begonnen wurde, endgültig Geschichte. Für Karl-Heinz Gimbel war der Kampf gegen den Abriss des Holzstegs über die Lahn auf Höhe der Jugendherberge Anlass, sich intensiver mit der Geschichte der Holzbrücken zu beschäftigen.

Das Ergebnis seiner Nachforschungen hat er jetzt pünktlich zur Eröffnung des neuen Stegs in einer kleinen Broschüre vorgelegt. "Das Anliegen dieses kleinen Bandes ist es, die Vergangenheit der einst für viele Marburger wichtigen und oft auch geliebten Holzbrücken in der Erinnerung zu bewahren", so Gimbel.

"Die Holzstege über die Lahn wurden als Folge der kaiserzeitlichen Stadterweiterung um 1900 zwischen den kilometerweit auseinander liegenden Steinbrücken errichtet", schreibt Gimbel. "Genutzt wurden sie von den Bürgern, die auf der anderen Seite der Lahn ihre Kleingärten mit Gemüsebeeten und teilweise auch Obstbäumen angelegt hatten".

Für die Kleingärtner seien die kürzeren Zugangswege zu ihren Gärten deswegen wichtig gewesen, weil sie die Wege auf anstrengende Weise mit einem Handwagen zurücklegen mussten, erläutert Gimbel. In seiner Broschüre begibt sich Gimbel zunächst auf die Spur der Marburger Steinbrücken und geht dann ausführlich auf die Holzbrücken ein: den Hirsefeldsteg (1913 bis 2010). den Gaswerksteg (1879 bis 1947), den Schülerparksteg (1908 bis 1971), den Pioniersteg (1933 bis 1946) sowie das Schwarze Brückchen/Schwarzer Steg (Mittelalter bis 1913). Für der Marburger Magistrat seien die Holzbrücken als Kostenträger vor allem eine Belastung gewesen, erklärt Gimbel. So seien diese nach einem Hochwasser oft wegen Baufälligkeit gesperrt gewesen.

Karl-Heinz Gimbel: Marburger Holzbrücken über die Lahn im 19. und Anfang des 20. Jahrhunders. Kleine Reihe von Marburg. Band 3. 56 Seiten, 4 Euro.

von Manfred Hitzeroth